| Die Formel 1 – ein magisches Wort für
Millionen Menschen auf der
ganzen Welt.
Formel 1, das ist die höchstrangige und berühmteste Rennserie
des Automobilsports. Sie wird als Königsklasse dieser Wettbewerbs-
art bezeichnet, da sie den Anspruch erhebt, die höchsten techni-
schen, fahrerischen, aber auch finanziellen Anforderungen an die
beteiligten Teams (Autofirmen,Konstrukteure, Mannschaft, Fahrer)
zu stellen. Das Formel-1-Regelwerk, das fast jedes Jahr aufwändige
Änderungen bringt, umfasst viele Vorschriften betreffend Gewicht
(total, Einzelteile), Abmessungen, Ausstattung, Reifen, Motortyp,
Motorleistung, verwendeter Kraftstoff, Sicherheit des Piloten, Ver-
wendung von Ersatzteilen usw.
Wer bei der Formel 1 mitmachen will, muss gut bei Kasse sein. Die
Jahresbudgets der Spitzenteams bewegen sich zwischen 300 und
500 Millionen USD. Dieses Geld wird nicht nur für die Materialkosten
gebraucht, die durch die Entwicklung, Bereitstellung und ständige
Anpassung der Rennautos verursacht werden, sondern auch für
die vielen Arbeitslöhne. Zur Illustration: Alleine in Hinwil ZH sind
beim Team Sauber 430 Personen beschäftigt.
Die Mannschaften im Formel-1-Rennsport wechseln häufig. Gewisse
Teams ziehen sich zurück, oft weil ihnen das Ganze zu teuer gewor-
den ist. Für sie rücken sofort andere nach, die auch von der
welt-
weiten Popularität und der Werbewirksamkeit dieser Rennserie profi-
tieren wollen. Das sehr erfolgreiche schweizerische Team Sauber
war früher mit Mercedes verbündet, dann operierte es viele Jahre
alleine, seit 2005 gehört es der BMW-Gruppe. Was die Zukunft bringt,
wird sich weisen.
Jedes Jahr werden maximal 19 Rennen ausgetragen, sog. Grand
Prix, meistens auf 4 Erdteilen. Dabei werden Punkte für die besten
Fahrer und die besten Konstrukteure vergeben. Am Ende der Renn-
saison steht dann fest, wer Formel-1-Weltmeister ist und welches
Werkteam mit seinen Autos die Konstrukteurswertung gewonnen hat.
– Der Sauber-BMW war 2007 drittbester F1-Rennwagen; durch die
nachträgliche Disqualifikation des Teams McLaren-Mercedes wurde
das Team Zweiter in der WM der Konstrukteure. 2008 erreichte es
den dritten Platz.
Für den Schutz der Piloten wird heute viel getan. Der letzte tödliche
Unfall (Ayrton Senna) liegt 15 Jahre zurück. Das Monocoque ist
heute Kernstück jedes F1-Autos, es ist Arbeitsplatz für den
Fahrer
und fast unzerstörbare Sicherheitszelle in einem. Wie fast das ganze
Auto (ohne Motor, Getriebe und Radträger) wird es aus dem hervor-
ragenden Werkstoff Kohlefaser (und aus Aluminiumwaben) gefertigt.
Kohlefaser oder Karbon ist ist ähnlich steif wie Stahl, aber rund
fünf-
mal leichter. Leider ist es teuer und in der Anwendung kompliziert.
Die Fahrer müssen körperlich topfit sein, um die Strapazen
eines
Formel-1-Rennens gut zu überstehen. Sie verlieren pro Rennen etwa
2 kg Gewicht; die Temperatur im Cockpit beträgt im Durchschnitt 50
Grad Celsius. F1-Autos erreichen in Kurven Querbeschleunigungen
von über 4 g, bei Bremsvorgängen über 5 g. Daher ist eine
perfekte
Sitzposition des Fahrers zwingend; kleinste Druckstellen würden zu
Schmerzen oder Muskelkrämpfen führen. Jeder Sitz wird daher
in
einem aufwendigen Verfahren millimetergenau auf den Körper des
jeweiligen Piloten abgestimmt. Auch das Lenkrad, die Schaltzentrale
des Fahrzeugs mit allen Bedienungsknöpfen, wird für jeden Fahrer
massgeschneidert.
Technische Daten
Motor: 8-Zylinder-V-Saugmotor, 2400 ccm, 95 kg, 19'000 U/min,
rund 5000 Teile, davon 1100 verschiedene
Getriebe: 7-Gang-Schnellschaltgetriebe mit Kohlefaserkupplung
Reifen: Bridgestone Potenza
Abmessungen: L 4,6 m, B 1,8 m, H 1,0 m
Spurweite vorne und hinten: 1,47 m
Radstand 3,13 m
Gewicht: 605 kg (inklusive Fahrer, Tank leer)
Beschleunigung: 0-100 km/h: 2,6 sec, 0-200 km/h: 5,2 sec
Bremsung: 200 km/h-0: 2 sec bzw. 55 m
Es gibt Leute, die den "Formel-1-Zirkus" ablehnen und den hohen
Benzinverbrauch der Boliden und den verursachten Lärm, vor allem
aber die Extremgeschwindigkeiten und damit verbunden die hohe Unfall-
gefahr kritisieren. Diese Einwände sind absolut verständlich.
Anderer-
seitsscheint es aber eine Tatsache zu sein, dass Nervenkitzel und
Freude am gefährlichen Tun irgendwie zum Menschen gehören. Die
weltweite Beliebtheit dieser Sportart, aber auch vieler anderer rasanten
und teilweise gefährlichen Sportarten, belegt dies überdeutlich.
Zudem
zielt das Regelwerk der Formel 1 klar darauf ab, die Sicherheit aller
Be-
teiligter (auch der Zuschauer) nachhaltig zu verbessern.
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