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Wir schauen in einen Königshof. Unter dem Zeltdach
vor dem Schloss sitzen der König und die Königin.
Um sie herum stehen die Dienstleute. Aber zuvorderst sitzt
ja eine grosse, grüne Kröte! Sie weiss ein
wichtiges Geheimnis: Bald werde ein
Königstöchterchen geboren! Alle freuen sich. Nach
einigen Monaten kommt das Kind zur Welt. Dornröschen
ist sein Name. Es liegt in einer schönen Wiege.
Man feiert ein grosses Fest. Viele weise Frauen sind dazu
eingeladen. Sie stehen um die kleine Wiege und bringen dem
Kind ihre guten Wünsche dar. Elf Frauen hoffen, dass
das Kind brav, schön und reich werde. Da schleicht sich
eine böse Frau heran. Niemand hat sie eingeladen. Sie
wünscht Dornröschen, dass es früh sterben
werde. Es solle sich an einer Spindel stechen und tot
hinfallen. Doch da tritt die letzte weise Frau dazwischen.
Nein, Dornröschen wird dann nicht sterben, sagt sie. Es
wird nur in einen langen, langen Schlaf fallen. Die Leute am
Königshof gehen traurig auseinander. Nun lässt der
König im ganzen Lande alle Spindeln verbrennen. Sie
müssen verschwinden. Doch oben im Schloss wohnt
unbemerkt eine alte Frau. Sie spinnt in ihrem
Turmstübchen ruhig weiter und weiss von allem nichts.
Jahre gehen vorbei. Fünfzehn Jahre später ist aus
dem Königskind eine junge Frau geworden.
Dornröschen steigt eines Tages in diesen Turm. Es
tritt ins Stübchen der alten Frau. Hier sieht es die
Spindel und nimmt sie zur Hand. Dabei sticht sich
Dornröschen. Schon sinkt es aufs nächste Bett und
fällt in seinen langen Schlaf. Alles im Schloss
schläft mit: die Dienstleute, der Koch mit seinem
Küchenjungen, ja selbst die Tiere und das Feuer im
Herd. Um das Schloss wächst eine Dornenhecke. Sie wird
immer höher und dichter. Viele Jahre gehen
vorüber.
Eines Tages nähert sich ein junger, schöner
Königssohn dem schlafenden Schloss. Jetzt steht er vor
der mächtigen Dornenhecke. Er hat gehört, wer
hinter ihr alles schläft. Er will Dornröschen
erlösen. Vor ihm weicht die Hecke auseinander. Der
Königssohn darf ins sc
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