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Es war einmal eine stolze Königin. Sie ertrug es
nicht, dass jemand schöner sein könnte als sie.
Das Mädchen auf dem Bild ist Schneewittchen. Die
Königin war seine Stiefmutter. Schneewittchen war sehr
hübsch und wurde jeden Tag hübscher. Die
Königin besass einen Spiegel. Manchmal stand sie davor
und fragte ihn: Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist
die Schönste im ganzen Land? Sie lächelte
zufrieden, wenn der Spiegel antwortete: Frau Königin,
Ihr seid die Schönste im Land! Eines Tages antwortete
der Spiegel aber anders: Frau Königin, Ihr seid die
Schönste hier, aber Schneewittchen ist tausendmal
schöner als Ihr!
Die Königin wurde zornig. Jetzt hasste sie
Schneewittchen. Sie fand keine Ruhe mehr. Schliesslich rief
sie einen Jäger und schickte ihn mit dem Kind in den
Wald hinaus. Dort sollte der Mann Schneewittchen töten.
Doch der Jäger hatte Mitleid. Er war deshalb froh, dass
ihm draussen im Wald ein kleines Wildschwein begegnete. Er
brachte blutiges Tierfleisch heim und liess dafür
Schneewittchen laufen.
Schneewittchen rannte weit in den Wald hinein. Endlich
fand es ein kleines Häuschen. Es wunderte sich, dass
alles so nett aussah. Hier mussten viele Leute wohnen, denn
der Tisch war für sieben Personen gedeckt. Sieben
Bettchen standen bereit. Müde legte es sich zur
Ruhe.
Spät erst kamen die Männlein heim, denen das
Waldhaus gehörte. Sieben Zwerge waren es. Sie
bestaunten den schlafenden Gast. Am Morgen aber baten sie
Schneewittchen, bei ihnen zu bleiben. Es sollte ihnen das
Haus besorgen, kochen, betten, nähen, stricken. Das
wollte Schneewittchen gerne tun.
Von ihrem Spiegel erfuhr daheim die böse
Königin, dass Schneewittchen noch lebte. Sie
verkleidete sich. Als alte Krämerin schlich sie ums
Zwergenhaus und bot schöne Schnürbänder an.
Sie würgte Schneewittchen mit einem Band, bis es bleich
wurde. Dann eilte sie fort. Doch bald kamen die Zwerge heim
und halfen dem leblosen Kind. Die Königin verkleidete
sich ein zweites Mal. Sie kam in einer Jacke wieder und bot
diesmal einen giftigen Kamm zum Kaufe an. Kaum gekämmt,
sank Schneewittchen nieder. Ein Glück, dass die Zwerge
bald wieder da waren und ihm halfen.
Zum drittenmal kam die böse Krämerin. Jetzt
trug sie einen langen Mantel. Sie schenkte dem Kind einen
roten Apfel. Schneewittchen ass davon, wurde aber gleich
weiss wie Schnee. Die Zwerge kamen bald zurück und
fanden Schneewittchen tot am Boden liegend. Diesmal konnten
sie nicht mehr helfen. Sie bauten einen gläsernen Sarg.
Alle waren sehr traurig; sogar die Eule auf dem Dach
weinte.
Nach einiger Zeit kam ein Königssohn in den Wald und
fand das Zwergenhaus. Er sah auch Schneewittchen im
Glassarg. Er bat die Zwerge um das tote Schneewittchen. Wie
man es im Sarge forttragen wollte, erwachte Schneewittchen.
Nun wurde alles doch noch gut.
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