| Der Pädagogische
Verlag
des Lehrerinnen- und Lehrervereins Zürich |
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Für Hintergrundinformationen lesen Sie unten weiter:
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- Die Anfänge unseres Verlages reichen in die ersten Jahre nach
dem Ersten Weltkrieg zurück. Damals zeichnete und veröffentlichte
der Pionier der schweizerischen Modellbogenbewegung, der zürcherische
Primarlehrer Edwin Morf, die ersten Modelle. Seine Arbeit war selbstlos
und von hohen Idealen geprägt. Es ging ihm darum, ein hochwertiges
und billiges Lehrmittel und Spielzeug zuhanden der Jugend zu schaffen;
an persönlichem Ruhm und kommerziellem Erfolg lag ihm nichts.
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- Diese Einstellung wirkt nach bis zum heutigen Tag. Der heutige Pädagogische
Verlag des LZ, der aus diesen Anfängen entstanden ist, begreift
sich als ein idealistisches Non-Profit-Unternehmen, das innerhalb der
statutarischen Grenzen nur soweit nach kaufmännischen Kriterien
arbeitet, als der Fortbestand gewährleistet ist. Es wird von Lehrerinnen
und Lehrern im Nebenamt geleitet.
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- Aus diesem Grunde wirkt einiges rund um unseren Verlag etwas »handgestrickt«.
Wir sind zum Glück nicht gezwungen, uns in hektischer Art dem wechselnden
Zeitgeist anzupassen. Daher sind einige unserer bewährten Modelle
seit Jahren oder gar Jahrzehnten praktisch unverändert geblieben.
Unser Sortiment wandelt sich zwar stetig, aber gemächlich. Wir
betreiben auch keine aufwendige und aggressive Werbung, beschäftigen
keine Aussendienst-Mitarbeiter, nehmen an keinen Ausstellungen teil.
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- Wir sind auch nicht gezwungen, ständig an der Preisschraube zu
drehen. Nachdem wir während 47 (!) Jahren den gleichen Einheitspreis
pro Artikel verlangt hatten, erhöhten wir diesen am 1.1.1995 auf
Fr. 2.00. Jetzt hoffen wir, diesen neuen Preis wiederum viele Jahre
beibehalten zu können.
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- Neben diesem einmalig tiefen Preis - wir gehören sicher zu den
günstigsten Anbietern weltweit - wird von Modellbogen-Liebhabern
und von der Fachpresse die hohe Qualität unserer Bogen lobend erwähnt.
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- Trotz unserer bescheidenen Voraussetzungen verkaufen wir in der Schweiz
Jahr für Jahr mehrere hunderttausend Stück. Wir haben auch
immer genügend Lagerbestand (gegen 2 Mio Einheiten), so dass Lieferschwierigkeiten
für uns etwas Unbekanntes sind.
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| Unsere Modellbogen
und Werkhefte |
- Unser Sortiment umfasst im Augenblick rund 90 verschiedene Artikel.
Genaue Angaben zu der Einteilung des Sortiments und zu den einzelnen
Bogen und Werkheften finden Sie in der Rubrik Modellbogen
und Werkhefte.
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- Vom Nestor unseres Verlages Edwin Morf, der in den dreissiger Jahren
verstorben ist, haben wir keine Modelle mehr im Verkauf, aber noch eine
stattliche Anzahl seines unmittelbaren Nachfolgers Heinrich Pfenninger.
Bis 1968 stammten alle Bogen von diesen zwei Entwerfern. Nach dem Tode
Pfenningers wurde das Werk von verschiedenen Leuten fortgesetzt. Es
gibt also keinen »Chef-Konstrukteur« mehr wie früher,
sondern heute ist eine ganze Anzahl von LehrerInnen, Grafikern, Architekten
für uns an der Arbeit.
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- Etwas Besonderes an unseren Modellbogen ist ihr einheitliches Format
von 24,5 cm x 34,5 cm (zusammengefaltet). Dies hat zur Folge, dass etwa
bei Verkehrsmitteln oder Gebäuden der Massstab uneinheitlich ist.
Dieser Massstab ist bei vielen Bogen schon vermerkt, bei den restlichen
werden die Angaben folgen.
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- Die meisten unserer Bogen sind zweiteilig, d.h. ihre Gesamtfläche
beträgt 49 cm x 34,5 cm. Einzelne Grossmodelle sind sogar dreiteilig;
dort beträgt dann die ganze Fläche 73,5 cm x 34,5 cm.
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- Alle Bogen sind aus starkem, aber biegsamem Bastelkarton, der einseitig
bedruckt ist. Bei gewissen Bogen aus der Rubrik »Weihnacht, Festtage«
kommen Transparentpapier, farbiges Seidenpapier und Goldfolie dazu (dem
Bogen beigegeben).
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- An den Bastelkarton angeklebt ist jeweils ein Anleitungsblatt, das
Wissenswertes zum dargestellten Objekt und natürlich eine genaue
bebilderte Konstruktionsanleitung enthält. Dieses Blatt ist normalerweise
auf deutsch (oder d + f kombiniert) abgefasst. Auf Wunsch senden wir
nach Verfügbarkeit französische Versionen (nur bei Bogen,
die mit * gekennzeichnet sind).
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- Die meisten Bogen erfordern für die Konstruktion nur Schere und
Leim. In seltenen Fällen braucht es zusätzliches Material,
etwa eine Stecknadel, einen Nagel, etwas Schnur, Musterklammern und
dergleichen, aber immer Dinge, die leicht zu beschaffen sind.
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- Die Werkhefte, die im Format knapp halb so gross wie die Bogen und
32 bis 36 Seiten stark sind, enthalten eine Fülle von bebilderten
Bastelanleitungen zu jeweils einem Thema. Das Werkmaterial dazu ist
natürlich nicht dabei, aber es wird detailliert dargestellt, was
erforderlich ist und wo man es beschaffen kann. Auch die Werkhefte kosten
- wie alle unsere Artikel - Fr. 2.00.
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| Der Modellbogen
- eine schweizerische Erfindung? |
- Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer
davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat
der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ...
mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen.
Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor
allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen
und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt;
alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen,
Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen,
Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden
Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen
Schund.
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- Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen
Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen
einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg.
Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich
sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung
tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus
zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage
zitiert sei:
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- »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle,
die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die
wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft,
besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend?
Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein,
auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig
werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise,
als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer
Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen
sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und
Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
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- Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle
»nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln
nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen
Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer
und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung,
die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell
nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat
eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares,
schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein;
es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt.
Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über
das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte,
Bedeutung und Funktion.
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- Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt
und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat,
erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich
bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder
Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch
Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine
deutliche Sprache.
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- Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt.
Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität
von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller
Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer,
dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen,
und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille
Freude über das gelungene Werk.
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MEDIENBERICHTE
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