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Haus zum Rüden Zürich |
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Bestellnummer: 408 |
Autor: Heinrich Pfenninger |
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Schwierigkeitsgrad: ab 10 J. |
Selbstständige Einzelteile: 1 |
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Sprache: d |
Massstab: |
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Am rechten Limmatufer, zwischen Rathaus und Helmhaus, fällt jedem Besucher Zürichs ein stattliches Gebäude auf, der «Rüden». Aus der langen Zeile der Gebäude am Limmatquai tritt er gleichsam einige Schritte vor; er hat sich sogar vollständig freigestellt. Nur ganz wenige Gebäude der Altstadt stehen gleich frei da; die Raumnot im alten Zürich zwang sonst überall zum Zusammenrücken der Häuser. Ursprünglich stand der «Rüden» hart an der Limmat. Erst viel später hat man zwischen ihn und den Fluss eine breite Uferstrasse eingebaut. Dieses Haus gehörte ursprünglich der Stadt. Vor ungefähr 600 Jahren diente es (noch ein sehr bescheidener Bau) als «Münz»; hier liess die Äbtissin des Fraumünsters während Jahren ihr eigenes Geld schlagen. Später überliess die Stadt das Obergeschoss dieses Gebäudes der Gesellschaft zur Constaffel als «Trinklaube». Wir wissen, dass alle Zünfte des alten Zürich ihre «Stuben» besassen, in denen sie sich regelmässig trafen. In der Limmatstadt finden wir darum heute noch eine Anzahl prächtiger Zunfthäuser. Nach der Einführung der Brunschen Zunftverfassung bestand aber der Zürcher Rat nicht nur aus Vertretern der Zünfte, sondern auch, und zwar zur Hälfte, aus Constafflern (ritterlichen Dienstleuten und hablichen Kaufleuten). Hatten diese doch vor 1336 die Stadt allein regiert. Man muss sich alte Trinklauben als sehr einfache Holzbauten vorstellen, die meist auf gemauerte Untergeschosse aufgesetzt wurden. Der «Rüden» hat seine heutige Form erst vor ungefähr 300 Jahren erhalten; damals wurde er auf seine gegenwärtige Höhe aufgemauert. Vermutlich erst seither ragt das oberste Geschoss auf beiden Längsseiten über die unteren Hauswände vor. Während die untersten Mauerteile des Gebäudes meterdick sind, ist das oberste Stockwerk in leichterem Riegelwerk aufgesetzt worden. Wir können uns darüber nur freuen; die roten Riegel (gestellte und liegende Eichenbalken) beleben das Gebäude ausserordentlich. Kurz vor 1870 haben die Constaffler ihr Heim am Limmatquai der Stadt abgetreten, es von dieser aber im Jahre 1936 wieder zurückgekauft. Somit nennt sich das Haus zu Recht auch heute noch der «Rüden». Als «Rüden» haben wir uns nämlich einen wolfsähnlichen Jagdhund zu denken, den die Constaffler von jeher als ihr Zeichen (Sinnbild des adeligen Jagdrechts) in ihrem Schild führten. Das Tier in Rot, mit gelbem stacheligem Halsband, ist auch unserem Modellbogen beigefügt. Nach der Wiedererwerbung von 1936 hat die Gesellschaft zur Constaffel ihren «Rüden» so umgestalten und renovieren lassen, wie er sich heute zeigt. Neu wurde, auf Verlangen der Stadt, limmatseitig ein Fussweg unter dem Hause durchgezogen; die heutigen «Bögen» passen nun recht gut zu denen der Nachbarhäuser am Limmatquai. Im übrigen haben es sich die Architekten (Aussenbau: Gebrüder Bräm, Innenausbau: Andre Ammann) zur Pflicht gemacht, am Bau zu erhalten, was alt und echt war, zu beseitigen aber, was spätere Bauleute als unpassendes Beiwerk im Laufe der Jahre hinzugefügt hatten. Wir bestaunen heute den «Rüden» als ein wohlerhaltenes gepflegtes Bauwerk (in spätgotischem Stil); einzig die graue Verputzfarbe passt nicht recht zur Art der zürcherischen Riegelbauten. Darum haben wir für unser Modell einen helleren Mauerton gewählt. Wenn wir einen Gast zum «Rüden» führen, lassen wir ihn kaum nur das Äussere bewundern. Führen wir ihn vielmehr auch hinauf in die Gaststätte im ersten Stock, über der sich eindrucksvoll eine schwere, jahrhundertealte Balkendecke wölbt! |
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