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Am 9. August 1847 wurde die Eisenbahnlinie Zürich-Baden feierlich
eingeweiht. Der amtliche Name dieser ersten Schweizerbahn lautete
"Schweizerische Nordbahn" oder abgekürzt SNB. Diese Bezeichnung verrät,
dass die Bahngesellschaft eine Zugverbindung nach Norden bauen wollte,
genauer: eine Bahn von Zürich nach Basel. Die Rheinstadt war nämlich
schon seit 1844 Endstation der französischen Zugsverbindung
Strassburg-Basel , und so war es für die Zürcher verlockend, mit dieser
Bahn in Verbindung zu kommen - in Schienenverbindung natürlich, denn
die Eisenbahn galt als das Verkehrsmittel der Zukunft schlechthin und
als grosse Wegbereiterin für den Aufschwung von Handel und
Industrie.Seit der Eröffnung der ersten öffentlichen Zugslinie von
Liverpool nach Manchester im Jahre 1925 war jede Ortschaft in Europa,
die "den Anschluss nicht verpassen" wollte, darum bemüht, Anteil an
dieser neuen Errungenschaft zu haben.
Nach dem Bau der 23 Kilometer von Zürich nach Baden - das Projekt
stammt übrigens vom angesehenen Wiener Ingenieur Alois Negrelli, nach
dessen Plänen später der Suezkanal gebaut wurde - war die Kasse leer,
ausserdem stritt man sich wegen der Linienführung. Dies hatte zur
Folge, dass erst 1858 der Anschluss an die "Centralbahn" und damit die
durchgehende Verbindung Zürich-Olten-Basel zustande kam. Damit war
jahrelang der Bahnhof Baden Endstation für die Zürcher, und sie mussten
sich damit begnügen, die Bahn für ihre Reisen in die Badekur oder für
den Einkauf des Badener Spezialgebäcks, der "Spanischen Brötli", zu
benutzen.
Diese überaus beliebte Blätterteig-Leckerei mundete am besten, wenn
sie nur wenige Stunden alt war. Deshalb hatten vor der Erstellung der
Eisenbahnlinie die noblen Zürcher Familien, die auf diese Spezialität
besonders erpicht waren, ihre Dienstboten jeweils in der Nacht nach der
Bäderstadt geschickt, damit sie dort die "Spanischen Brötli" backfrisch
und noch warm in Empfang nehmen und in Zürich ihrer Herrschaft auf den
Frühstückstisch setzen konnten. Die Bahn machte nun diese mühsamen
"Nachtübungen" überflüssig; sie brachte das Gebäck in 45 Minuten nach
Zürich, und dieser Dienst brachte ihr den bekannten Spitznamen
"Spanisch-Brötli-Bahn" ein. (Erste Züge: Zürich ab: 7:30, Baden an:
8:15; Baden ab: 8:30, Zürich an: 9:15.)
Grosse Verdienste um diese Bahn hat sich Niklaus Riggenbach, der
nachmalige Erbauer der Rigi-Zahnradbahn, erworben. Unter seiner Leitung
wurden die ersten vier Lokomotiven in der Maschinenfabrik Emil Kessler
in Karlsruhe nach einem amerikanischen Vorbild gebaut und auf der
Strasse nach Baden transportiert. Die beiden ersten trugen den Namen
"Limmat" und "Aare", dann folgten "Rhein" und "Reuss", die als
technische Verbesserung zwei gekuppelte Antriebsachsen aufwiesen. Die
beiden ersten Loks aber wurden schon nach zehn Jahren aus dem
regelmässigen Zugsdienst genommen und nur noch für das Rangieren und
für Materialtransporte verwendet; als sie ausgedient hatten, wurden sie
erbarmungslos verschrottet. Auf das 100-Jahre Jubiläum von 1947
rekonstruierte man deshalb die "Limmat" nach alten Plänen, wobei man
noch eine Triebachse der Lokomotive "Speiser" aus dem Jahre 1857
verwenden konnte.
Diese Rekonstruktion, die heute im Verkehrshaus der Schweiz steht,
bildet die Grundlage unseres Modellbogens der Lokomotive "Limmat".
Gewiss interessieren Dich ein paar technische Angaben:
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Länge über Puffer: |
11.63m |
}Lokomotive +
Tender |
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Dienstgewicht: |
35.5t |
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Zylinderdurchmesser: |
362mm |
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Kolbenhub: |
559mm |
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Dampfdruck: |
6 atü |
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Triebraddurchmesser: |
1500mm |
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Zylinderleistung: |
185 PS bei 30km/h |
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Höchstgeschwindigkeit: |
40 km/h |
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Im Betrieb: |
1847-1882 |
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