Franziskus-Fenster Königsfelden

Bestellnummer: 212

Autor: Hansruedi Obi

Schwierigkeitsgrad: ab 10 J.

Selbständige Einzelteile: 1

Sprache: d

Massstab:

Königsfelden - das Feld des Königs. Genauer müsste es heissen: Das Feld, auf dem der König starb. Der Name erinnert namlich an die böse Tat des königlichen Neffen Johann, der 1308 seinen Onkel, König Albrecht I., auf brutale Art ermordete. Albrechts Gattin, Königin Elisabeth, rächte sich bitter, indem sie den Mörder und seine Helfer verbannte und ihnen ihren Besitz wegnahm. Über der Stelle des Verbrechens gründete sie 1310 ein grosses Doppelkloster: Franziskaner (Männer) und Klarissen (Frauen) bauten nebeneinander ihre Konvente, verbunden durch die gemeinsame Kirche.

Von der ursprünglichen Klosteranlage sind heute nur noch die Kirche und ein paar wenige Nebengebäude erhalten. (1868 wurde auf dem Gelände die aargauische Heil- und Pflegeanstalt erbaut.) Zum grossen Glück haben auch die farbigen Kirchenfenster die guten und schlimmen Zeiten der Jahrhunderte überdauert. Sie legen Zeugnis ab vom ehemaligen Glanz des Klosters Königsfelden, das sich lange Zeit der besonderen Gunst des habsburgischen Königshauses erfreute. Königin Elisabeth, die Gründerin, liess sich als erste in der Klosterkirche begraben (1313).

Zielbewusst leitete ihre Tochter Agnes, Königin von Ungarn, während langer Jahre den Bau und die Entwicklung von Königsfelden. Sie beschenkte die Klöster, vor allem den Klarissenkonvent, mit Ländereien und Rechten, die weit über das Gebiet des Zusammenflusses von Aare, Reuss und Limmat hinausreichten. Zugleich ermunterte sie die adeligen Familien, die Kirche mit kostbaren Altären und Geräten zu beschenken. Die heute weltberühmten Glasfenster von Königsfelden sind z. B. ein Geschenk der grossen königlichen Familie. Sie entstanden zwischen 1325 und 1330 als Gesamtanlage einer wahrscheinlich oberrheinischen Kunstwerkstatt. Die Gold- und Silberschätze der Klöster wurden in der Reformation (1528) von den damaligen Herrschern nach Bern gebracht und grösstenteils eingeschmolzen. Zum grossen Glück blieben uns die herrlichen Farbfenster trotz Krieg, Brand und Hagelschlag (besonders 1795) erhalten.

Im vorliegenden Modellbogen stellen wir euch einen kleinen Ausschnitt daraus vor: Die Vogelpredigt des Heiligen Franziskus, Mittelstück des die Geschichte des Ordensgründers darstellenden Fensters. Die schlichte, aber prägnante Darstellung der Figuren, die kunstvolle Aufteilung des Raumes und die prächtigen Farben überraschen heute noch Laien und Kunstverständige.